Tag 5 Blumberg – Wutachschlucht Schattenmühle

Gegen 6:50 Uhr werde ich von den Sonnen die ihre Strahlen durch die Bäume schickt geweckt. Kurz vor 8 Uhr hab ich alles zusammengepackt und verlasse den stark nach Bärlauch riechenden Waldteil des Buchbergs.  Ich fand meinen Weg wieder und gelangte nach 10 Minuten an einen Aussichtspunkt mit der Buchberg-Hütte. Da hatten sich einige Wanderer für die Nacht niedergelassen, zum Teil in Zelten, zum Teil auch in Hängematten. Als ich dort aufkreuzte, schliefen manche noch, aber ein paar hatten sich auch schon bei der Tischgruppe zum Frühstück versammelt und alle bestaunten mich, weil ich um diese Zeit schon hier vorbei kam.
Ich sagte laut, dass sie sich nicht stören lassen sollen und gehe an den Rand des Platzes, wo der Aussichtspunkt einen sagenhaften Blick über den Hegau bietet.
Die Wanderer fragten mich über die Wegbeschaffenheit und zu Wasserquellen auf den nächsten Kilometern aus und ich gab bereitwillig Auskunft.
Einige Fotos bzw. Filmsequenzen nehme ich mit meiner Kamera auf und dann verabschiede ich mich von ihnen. Drei oder vier davon sollte ich nochmal bei der Wutachmühle kurz treffen.

Nun beginnt der Abstieg vom Buchberg auf schmalen Pfaden und vielen Serpentinen.

In Blumberg kam ich beim Bäcker vorbei und gönnte mir dort einen Kaffee mit Butterbrezel und noch eine Cola. Jetzt ging es nach weiter Richtung Achdorf nicht ohne vorher noch am Brunnen die Wasserflaschen zu füllen.

Die glühende Sonne erwartete mich. Und es dauerte nicht lange, da passierte ich eine Stelle, die mir irgendwie bekannt vorkam. Kein Wunder, es war ein Punkt ab dem der Querweg und der Ostweg zusammenlaufen. Solche Doppelwege sollte es noch öfter im Lauf meiner Wanderung geben. 3 Stunden später kehre ich in Achdorf in die Scheffellinde ein.

Ein Hotel mit Restaurant und Biergarten direkt an der Hauptstraße. Dort waren die Bedienungen gerade dabei, die Tische für den späteren Ansturm der Wander- und Urlaubsgäste vorzubereiten. Ich setzte mich im Biergarten an einen schattigen Tisch. Ein Coke und ein Weizenbier müssen jetzt sein! Dann meinte ich zur Bedienung, dass ich einen Heißhunger auf einen Salatteller hätte, aber leider die Küche noch nicht geöffnet sei. Sie hatte Erbarmen mit mir und sprach mit dem Küchenteam, sodass ich meinen Wunsch erfüllt bekam. Herrlich!

Gegen 11:40 Uhr wagte ich mich wieder ins Freie und setzte meinen „Sonnen-Hatsch“ zur Wutachmühle fort.

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Gegen 13 Uhr traf ich dort ein und war überrascht, dass dort Schirme und Bierbänke aufgebaut und mehrere Getränkeausschänke sowie Essensausgaben eingerichtet waren. Ich hatte erwartet, dass es bei der Wutachmühle nur ein Kiosk gäbe und so hatte ich das auch die letzten Male wo ich dort war vorgefunden.

Heute war irgendwie alles anders. Ich gönnte mir ein Radler und setzte mich zu Einheimischen an den Tisch. Die Erklärung für den Rummel war ganz einfach. Man erzählte mir, dass immer am Wochenende wo Christi Himmelfahrt ist von Donnerstag bis Sonntag ein Verein aus der Umgebung die Bewirtschaftung übernimmt und das schon die letzten 20 Jahre so war. Also deshalb hatte ich Glück. „Vatertag lässt grüßen!“

Nun stürzte ich mich also in das Abenteuer Wutachschlucht, und war neugierig wie ich mit den Wandermassen auf den Wegen klar kommen würde.

Aber es zeigte sich als gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Es verteilte sich sehr gut, die Wutachschlucht ist ja ziemlich ausgedehnt. Verschiedene Highlights musste ich natürlich filmen und fotografieren.

Meist stauten sich dort auch die Menschen ein wenig. Ich hatte im Nachhinein betrachtet den Vorteil, dass ich entgegen der Normalrichtung wanderte, so wurde ich als einzelner Wanderer meist vorbei gelassen und musst nicht eine ganze Gruppe abwarten oder wenn sie in meiner Richtung gelaufen wäre auch noch überholen.
Da es an diesem Tag auch wieder über 30 Grad hatte, war es auch in der Wutachschlucht, wo der Weg ja mal am Wasser aber manchmal auch in 30 Meter Höhe über dem Wasser an den Felsen entlang verläuft, sehr warm und ich hatte das Bedürfnis meine Füße ins kühle Wasser zu hängen.
Bei der Wutachversickerung, dort wo die riesige Felswand aus dem Wasser ragt, dachte ich wäre der richtig Platz um die Füße zu kühlen. Aber zu meiner Enttäuschung war das Wasser der Wutach an der Stelle gar nicht so kühl und ich zog nach kurzer Zeit wieder weiter.

Nun kam ich immer näher zu meinem geplanten Ziel – der Schattenmühle. Aber die Hitze und die Anstrenung durch die Schlucht machten mich ziemlich fertig. So entschloss ich mich, schon 2 km vorher, ungefähr an der Stelle wo gegenüber im Frühjahr ein ziemlich großer Bergrutsch stattfand, mein Zelt aufzubauen und mich erst mal hin zu legen. Ich war bis dato etwa 23 km gelaufen.

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Morgen stand der höchste Punkt der Tour auf meinem Plan, und ich dachte ein wenig Erholung vorher wäre nicht schlecht. Also war Ausruhen angesagt.

Morgen hatte ich etwa 20 km bis zum Hochfirst. Wie das Wetter sein würde, konnte ich leider nicht feststellen, weil es in der Wutachschlucht kein Mobilfunkempfang gab und ich so nicht telefonieren und auch nicht ins Internet konnte. Die Nacht zuvor hatte ich einen Moment wo ich nicht schlafen konnte und hab gegen 2:07 Uhr direkt bei Amazon ein Reparaturset für meine Luftmatratze bestellt. Ich hatte ja immer noch das Problem mit dem schleichenden Luftverlust meiner Schlafunterlage.

Als die Sonne sich so langsam aus der Schlucht verabschiedet und ich meine obligatorischen Aufgaben erledigt hatte, legte ich mich also zur Ruhe und dachte darüber nach, dass ich morgen früh in der Schattenmühle bestimmt ein Frühstück bekommen werde. Mit diesen Gedanken schlief ich ein.

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